Das Museum Film‑ und Bühnencosmetologe, Archiv, ist eine nicht gewinnorientierte, dauerhafte Gedächtnisinstitution im Dienst der Gesellschaft, die das materielle und immaterielle (Wissen und Techniken des Berufsstandes) Kulturerbe der seit 1979 bestehenden Film‑ und Bühnencosmetologie, darunter die fotografischen, audiovisuellen und schriftlichen Zeugnisse des Berufsbildes und der Ausbildung der Film‑ und Bühnencosmetologen, erforscht, sammelt, bewahrt, interpretiert und öffentlich ausstellt.

Das Museum Film‑ und Bühnencosmetologe ist ein öffentlich zugängliches Archiv mit einer eigenen Sammlung, die in Ausstellungen präsentiert wird.
Die Sammlung Film‑ und Bühnencosmetologe ist eine Spezialsammlung mit Schwerpunkt auf Fotografien und Videoaufnahmen, die die Entstehung, den Wandel und die Weiterentwicklung des Berufsbildes und der Ausbildung der Film‑ und Bühnencosmetologen dokumentiert und sich in die Prä-Phase (1979–2001), die Neuordnungsphase (2001–2002) und die Post-Phase (ab 2002) gliedert.
Die Bezeichnung Film‑ und Bühnencosmetologe (Filmcosmetologe, Bühnencosmetologe) ist eine deutsche Berufsbezeichnung, die 1979 in Frankfurt am Main entstanden ist, zur Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010, überarbeitete Fassung 2020) gehört, der Berufsgattung Berufe in der Maskenbildnerei – fachlich ausgerichtete Tätigkeiten zugeordnet ist und dieselbe KldB‑Nummer 82342 wie der Maskenbildner hat.

| Klassifikation der Berufe 2010 – überarbeitete Fassung 2020 | KldB-Nummer |
|---|---|
| Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung | 8 |
| Nichtmedizinische Gesundheits-, Körperpflege- und Wellnessberufe, Medizintechnik | 82 |
| Körperpflege | 823 |
| Berufe in der Maskenbildnerei | 8234 |
| Berufe in der Maskenbildnerei – fachlich ausgerichtete Tätigkeiten | 82342 |
| Film- und Bühnencosmetologe (Filmcosmetologe, Bühnencosmetologe) | 82342 |
| Maskenbildner | 82342 |
In der Prä‑Phase war der Film‑ und Bühnencosmetologe der Spagat zwischen Visagist und Maskenbildner, um den steigenden Bedarf einer sich verändernden Medienlandschaft zu decken, die Fachkräfte erforderte, die sowohl die Techniken des Visagismus als auch die der Maskenbildnerei beherrschten. Bekannt wurde der Film‑ und Bühnencosmetologe unter anderem durch eine spezielle Schminktechnik, die einen makellosen Porzellanteint für die Kameranaheinstellung erzeugte.
Film‑ und Bühnencosmetologie befasst sich mit Visagismus, Film‑ und Bühnenschminktechnik und Maskenbildnerei.
Der Film‑ und Bühnencosmetologe ist das anerkannte Synonym für Visagist und Maskenbildner und wird in englischer Sprache als Make‑up Artist bezeichnet (vgl. Berufenet – Die Datenbank für Ausbildungs‑ und Tätigkeitsbeschreibungen der Bundesagentur für Arbeit).
Ein Film‑ und Bühnencosmetologe / eine Film‑ und Bühnencosmetologin ist eine qualifizierte Fachkraft, die über Kenntnisse und handwerkliche Fertigkeiten im Make‑up‑, frisurentechnischen und maskenbildnerischen Bereich verfügt und alle manuell‑kreativen Tätigkeiten bei der Gestaltung von Make‑up und Frisuren durchführt, einschließlich Teil‑ und Ganzkörperbemalungen (Bodypainting) nach Entwurf, der Anfertigung von Fantasieperücken und historischen Rokoko‑Perücken mit selbstgenähtem Unterbau und Aufbau aus Watte, physiognomischen Spezialeffekten sowie der Maskenherstellung.
Der 1981 in Frankfurt am Main gegründete Verein für Cosmetologen und Visagisten (VCV) legte die Ausbildungsrichtlinien und die Prüfungsordnung fest und führte als Prüfungsausschuss die Abschlussprüfungen der einjährigen Vollzeitausbildung zum Film‑ und Bühnencosmetologen bis zur Neuordnung des Berufsbildes des Maskenbildners durch, die die Neuordnungsphase kennzeichnete.
Der Film‑ und Bühnencosmetologe ist ein staatlich anerkannter Beruf, dessen berufliche Bildung zwei bis drei Jahre dauert und dem der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Maskenbildner zu Grunde liegt (vgl. Regierungspräsidium Karlsruhe, Abteilung 7). Der einjährigen beruflichen Weiterbildung liegt hingegen ein spezieller, praxisorientierter Lehrplan zu Grunde (vgl. Kursnet – Die Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit).
Der Archiv- und Sammlungsbestand ist nach Voranmeldung einsehbar.
Freitag von 11 bis 17 Uhr
Vor einem Archivbesuch ist eine schriftliche Anfrage erforderlich.
Museum Film- und Bühnencosmetologe, Archiv
Postfach 1101, 72601 Nürtingen
+49 156 78 41 70 25
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